Kleingärtnerverein Burg Regenstein 1 e.V.

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Insektenschutz & Wildbienen – Neues vom Gartenfreund

**Lebendige Vielfalt im Mai: Wie unsere Kleingärten zum Paradies für Wildbienen werden 🐝🌷**

Der Mai ist traditionell ein Monat des Aufbruchs und der Fülle in unseren Kleingärten. Überall sprießt und blüht es, und die Natur erwacht in ihrer ganzen Pracht. Doch während wir die ersten Früchte unserer Arbeit ernten und die Farbenpracht genießen, sollten wir uns einer unsichtbaren, aber unendlich wichtigen Armee kleiner Helfer bewusst sein: unseren Wildbienen und anderen bestäubenden Insekten. Für den Kleingärtnerverein Burg Regenstein 1 e.V. ist es eine Herzensangelegenheit, nicht nur unseren Gärten, sondern auch der heimischen Flora und Fauna ein Zuhause zu bieten. Insbesondere im Mai, wenn die Natur auf Hochtouren läuft, ist unser Engagement für den Insektenschutz von entscheidender Bedeutung.

**Die unschätzbare Rolle der Wildbienen im Mai 🌼**

Der Mai ist ein kritischer Monat für die Wildbienenpopulation. Nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf suchen die Bienenköniginnen emsig nach Nistplätzen und Futter, um ihre Brut zu gründen. Die ersten Generationen schlüpfen, und der Bestäubungsdruck ist enorm. Anders als die Honigbiene, die in großen Völkern lebt und von Imkern betreut wird, sind Wildbienen meist Einzelgängerinnen. Jede Biene ist für sich selbst verantwortlich, baut ihr eigenes Nest und sammelt Nektar sowie Pollen für ihren Nachwuchs. Deutschlandweit gibt es über 580 Wildbienenarten, von denen leider mehr als die Hälfte auf der Roten Liste stehen. Viele von ihnen sind hoch spezialisiert auf bestimmte Pflanzen oder Niststrukturen. Ihre Bestäubungsleistung ist für unsere Obstbäume 🍎, Beerensträucher 🍓 und Gemüsepflanzen 🥦 oft sogar effektiver und effizienter als die der Honigbienen. Ohne sie gäbe es deutlich weniger Äpfel, Kirschen oder Zucchini in unseren Gärten. Die Vielfalt an frühblühenden Pflanzen wie Löwenzahn, Taubnessel und die Blüte unserer Obstbäume im Mai ist für sie lebensnotwendig.

**Blühende Oasen schaffen: Die richtige Pflanzenauswahl 🌸🌿**

Um Wildbienen und anderen Insekten ein reichhaltiges Buffet zu bieten, ist die Auswahl der richtigen Pflanzen entscheidend. Der Regionalverband Wernigerode und Blankenburg empfiehlt nachdrücklich, auf eine durchgehende Blühfolge von Frühjahr bis Herbst zu achten. Gerade im Mai, nach der Obstbaumblüte, kann es zu einem „Blühloch“ kommen, das es zu vermeiden gilt. Setzen Sie auf heimische Wildpflanzen und ungefüllte Blüten:
* **Einheimische Wildblumen:** Kornblume, Klatschmohn, Malven, Natternkopf und Phacelia (Bienenfreund) sind hervorragende Nektar- und Pollenlieferanten und gedeihen prächtig in unseren Gärten. Säen Sie jetzt noch Wildblumenmischungen aus, die im Sommer blühen werden.
* **Kräuter:** Viele Kräuter wie Thymian, Majoran, Salbei, Borretsch oder Lavendel sind wahre Bienenmagneten und bringen zusätzlich Würze in unsere Küche. Sie blühen oft schon im späten Frühjahr und im Frühsommer.
* **Stauden:** Spätblühende Stauden, die im Mai schon austreiben, wie Astern, Sonnenhut oder Fetthenne, sichern die Nahrungsversorgung im Spätsommer und Herbst, aber auch Frühblüher wie Vergissmeinnicht oder Lungenkraut sind jetzt noch wichtige Nahrungsquellen.
* **Verzichten Sie auf Zierpflanzen mit gefüllten Blüten:** Diese sehen zwar schön aus, bieten den Insekten aber meist keinen Nektar oder Pollen, da die Staubblätter in Blütenblätter umgewandelt wurden.
* **Ein Stückchen „Unordnung“ zulassen:** Lassen Sie auch mal einen Bereich des Gartens verwildern, wo Löwenzahn oder Giersch blühen dürfen – für Wildbienen sind dies oft wertvolle Nahrungsquellen, die wir Menschen als „Unkraut“ abtun.

**Nist- und Lebensräume bereitstellen 🏡🦋**

Nahrung allein reicht nicht aus. Wildbienen benötigen auch sichere und geeignete Orte zum Nisten und Überwintern. Im Mai beginnen viele Arten mit dem Nestbau.
* **Insektenhotels:** Diese können eine gute Ergänzung sein, müssen aber fachgerecht gebaut oder gekauft werden. Wichtig sind Bohrlöcher in trockenem, hartem Holz (min. 5-10 cm tief, 2-9 mm Durchmesser, glatte Ränder) oder hohle Pflanzenstängel (Schilf, Bambus, Holunderäste) in verschiedenen Größen. Platziert werden sie sonnig und regengeschützt. Kontrollieren Sie jetzt im Mai, ob alte Niströhren vom Vorjahr gereinigt werden müssen oder ob neue benötigt werden.
* **Sandige Bereiche:** Viele Wildbienenarten, insbesondere Sandbienen, nisten im Boden. Ein sonniger, ungestörter und leicht sandiger Bereich im Garten von mindestens 50×50 cm, vielleicht sogar mit einer kleinen Anhöhe, bietet diesen Arten ideale Lebensbedingungen.
* **Totholz und Steinhaufen:** Ein alter Baumstamm oder ein Haufen aus Ästen und Zweigen bietet Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für Holzbienen und andere Insekten. Auch Mauerspalten oder ein Haufen alter Steine können von bestimmten Arten als Nistplatz genutzt werden.
* **Pflanzenreste über Winter stehen lassen:** Stängel von Brombeeren, Himbeeren oder Disteln sind im Winter beliebte Überwinterungsorte und Nistplätze für Markstängel bewohnende Bienenarten. Schneiden Sie diese erst im Frühjahr/Frühsommer zurück, wenn die Jungtiere geschlüpft sind.

**Schutz vor Gefahren: Pestizidverzicht und Wasserquellen 💧🚫**

Der wohl wichtigste Beitrag zum Insektenschutz ist der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel. Insektizide töten nicht nur „Schädlinge“, sondern auch unsere Wildbienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten. Herbizide nehmen ihnen die Lebensgrundlage, indem sie blühende „Beikräuter“ vernichten.
* **Bio statt Chemie:** Setzen Sie auf biologische Schädlingsbekämpfung. Fördern Sie natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer, Florfliegen oder Vögel. Nützlingshotels oder die richtige Pflanzenauswahl unterstützen dies.
* **Mechanische Unkrautbekämpfung:** Jäten Sie Beikräuter von Hand. Die körperliche Arbeit im Garten ist nicht nur gut für die Fitness, sondern auch für die Umwelt.
* **Wasserstellen:** Gerade an warmen Maitagen benötigen Bienen und andere Insekten auch Wasser. Eine flache Schale mit Wasser und einigen Kieselsteinen oder Murmeln als Landeplatz ist eine willkommene Tränke und verhindert, dass die Tiere ertrinken. Stellen Sie diese an einem geschützten, sonnigen Ort auf.

**Der Kleingarten als Teil eines großen Netzwerks 🕸️🌍**

Jeder einzelne unserer Kleingärten ist ein wichtiges Puzzleteil im großen Netzwerk der Natur. Gemeinsam können wir als Kleingärtnerverein Burg Regenstein 1 e.V. einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt leisten. Wenn jeder von uns in seinem Garten einen Lebensraum für Wildbienen schafft, entsteht ein „Biotopverbund“, der weit über die Grenzen unserer Parzellen hinausreicht und die umgebende Landschaft, wie das Harzvorland und die Gegend um die Burg Regenstein, bereichert. Dies ist eine Investition in unsere Umwelt, aber auch in die Zukunft unserer eigenen Ernten und die Freude an einem lebendigen Garten. Der Regionalverband Wernigerode und Blankenburg lobt das Engagement vieler Kleingärtner und betont, dass jeder Schritt zählt, egal wie klein er erscheint.

**Experten-Tipp für den Mai 🧐**

Experten des Regionalverbands Wernigerode und Blankenburg raten für den Mai besonders dazu, die eigene Gartenpraxis kritisch zu hinterfragen und die Beobachtung zu schärfen. Nehmen Sie sich bewusst Zeit, Ihre Pflanzen nach Insekten abzusuchen. Welche Bienenarten besuchen welche Blüten? Wo könnten noch Nistmöglichkeiten fehlen? Vielleicht entdecken Sie eine seltene Wildbiene oder ein neues Insektenverhalten. Eine kleine „Forscherreise“ durch den eigenen Garten fördert nicht nur das Verständnis für die Natur, sondern auch die Freude an der Gartenarbeit und hilft, gezielt Verbesserungen für unsere kleinen Helfer umzusetzen. Dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen, teilen Sie sie mit anderen Vereinsmitgliedern – der Austausch von Wissen und Erfahrungen stärkt unsere Gemeinschaft und unser gemeinsames Ziel!

**Fazit:**

Der Mai im Kleingarten ist eine Zeit voller Potenzial. Indem wir bewusst Lebensräume schaffen, die richtige Pflanzenauswahl treffen und auf Pestizide verzichten, machen wir unsere Kleingärten zu wahren Oasen für Wildbienen und andere Bestäuber. Unser Engagement im Kleingärtnerverein Burg Regenstein 1 e.V. für den Insektenschutz ist nicht nur ein Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt, sondern auch eine Investition in die Schönheit und Fruchtbarkeit unserer eigenen Gärten. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Summen und Brummen der Wildbienen auch in Zukunft ein fester Bestandteil unserer Gartenidylle bleibt. Jede Blüte zählt, jeder Nistplatz hilft! 🐝🌸🌼

Hallo! 💬
🌱
Gartenfreund